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Kultur Die Scheune tanzt den Blues
Weltgeschehen Kultur Die Scheune tanzt den Blues
16:13 11.01.2019
Von Jürgen Poestges
 B.B. & the Blues Shacks überzeugten auf der ganzen Linie auf dem Hof Wietfeld im Rahmen von Kultur querbeet. Quelle: David Borghoff
Celle

Es kann passieren, dass Sie an diesem Wochenende Menschen begegnen, die mit entrücktem Blick und locker schwingendem Schritt durch die Straßen laufen. Das hat nichts mit Drogen oder Ähnlichem zu tun. Diese Menschen waren am Donnerstagabend auf dem Hof Wietfeld und haben in der restlos ausverkauften Veranstaltungsscheune „B.B. & the Blues Shaks“ gesehen und gehört. Die fünfköpfige Band aus Hildesheim, die bereits zahlreiche Musik-Preise eingeheimst hat und als eine der besten Bluesbands Europas gilt, brachte den Saal sogar trotz der räumlichen Enge zum Tanzen. „Ladies and Gangsters: It’s Blues Time“, hieß es bei der ersten Veranstaltung von „Kultur querbeet“ in diesem Jahr.

Was da über zweieinhalb Stunden geboten wurde, war die gesamte Bandbreite des Blues. Präsentiert von fünf Vollblutmusikern, die ihre Musik buchstäblich lebten. Andreas Arlt spielte im wahrsten Sinne des Wortes mit der gesamten Bandbreite seiner Gitarre, bis dahin, dass die E-Gitarre ohne Verstärker zu hören war. Bruder Michael Arlt ging nicht nur als Sänger in der Welt des Chicago Blues auf. Er erwies sich auch als absoluter Meister an der Mundharmonika. Seine Soli suchen ihresgleichen und sorgten für Beifallsstürme.

Fabian Fritz bewies an Piano und Orgel mit fliegenden Fingern, dass seine Instrumente laut und leise für schöne Akzente sorgen können. Im Hintergrund, aber nichts desto weniger virtuos, sorgten Henning Hauerken an Kontrabass und E-Bass und André Werkmeister am Schlagzeug für den bluesigen Rhythmus. Werkmeisters „Schießbude“ war eher minimalistisch, aber der Sound passte immer. Teilweise mit geschlossenen Augen gab er sich der Musik und seinem Schlagzeug hin.

„Der Blues ist nicht nur Herz und Schmerz“, erklärte Michael Arlt. „Da reicht die Bandbreite von Rock bis Jazz. In den 50er Jahren wurde die Musik noch nicht so in Schubladen gesteckt wie heute.“

So spielten sich die Fünf durch die Musik aus Chicago bis „in the heart of Texas“. Sie huldigten dem „Godfather des Blues“, B.B. King. „Wir stehen jetzt seit 30 Jahren auf der Bühne“, so Arlt. „Wir kommen ihm immer ein wenig näher, aber erreichen können wir ihn nie.“ Niemand aus der Band habe nämlich selber Baumwolle pflücken müssen. „Wir kaufen unsere Hemden bei C&A.“

Auch eigenes Material stand auf dem Programm. „Lay some shuffle down“ beruht, „wie so viele Blues-Songs“ (Arlt), auf einer eigenen Erfahrung. „Ich war mal wieder in einer Diskothek. Und habe dann festgestellt: Man muss einfach erkennen, dass diese Zeiten irgendwann mal vorbei sind.“ Er habe sich gefragt, ob der Discjockey überhaupt schon einmal mit Musik in Berührung gekommen sei, so Arlt.

Sie tauchten aber auch ein in gute alte Zeit des Blues. Ein Stück von Sonny Boy Williamson (1914 bis 1948) war ebenso zu hören wie Rufus Thomas (1917 bis 2001) oder Spencer Wiggins, der mit 77 Jahren immer noch aktiv ist.

Vom ersten Ton an hatten die Musiker ihr Publikum im Griff. Der Blues strömte ihnen aus allen Poren, es wurde sehr deutlich, dass diese Musik eine Weltanschauung verkörpert. Und die Fans genossen die Stimmung in vollen Zügen.

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