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Kultur „Das Sams“ ist äußerst turbulent
Weltgeschehen Kultur „Das Sams“ ist äußerst turbulent
18:45 13.11.2018
"Das Sams" ist ein Familienstück nach Paul Maar am Schauspiel Hannover, hier eine Szene mit Christoph Müller und Mathias Max Herrmann. Quelle: Katrin Ribbe
Hannover

Es ist herzerfrischend, zu sehen, wie viel Engagement das Staatsschauspiel nun schon seit Langem in das alljährliche Familienstück packt. Und der neueste Streich wartet im Schauspielhaus nicht nur mit einem tollen Bühnenbild, sondern auch mit einem besonders dankbaren Stoff auf: „Das Sams“ nach den Büchern von Paul Maar.

Tom Kühnels Inszenierung für Menschen ab sechs Jahren ist eine äußerst turbulente Angelegenheit rund um das liebenswerte Ungetüm, das Wünsche in Erfüllung gehen lässt und gerade dadurch für ein heilloses Durcheinander sorgt. Vor allem seinem unfreiwilligen Papa, dem biederen Herrn Taschenbier, vergeht schnell Hören und Sehen. Dem Publikum wird es größtenteils ähnlich gehen, weil Kühnel keine Angst vor durchgeknallter Albernheit hat, ohne dabei in die Niveaulosigkeit abzurutschen – Catherine Stoyan etwa ist als streitsüchtige Zimmerwirtin einfach zum Schreien komisch.

Das Sams gibt Christoph Müller hinreichend differenziert, mit anrührenden und zuweilen auch leicht punkigen Zügen. Mathias Max Herrmann ist als Taschenbier ein ebenbürtiger Partner und legt eine geniale Szene hin, als er vom Sams zum Tanzen gezwungen wird: Wie sich da die Gliedmaßen selbstständig machen und zwischendurch in die Bewegungen des „Backpack Kid“ driften, ist ganz große Klasse.

Die Kinder haben ihren Spaß, für die Erwachsenen gibt es vor allem in der Live-Musik viele schöne Anspielungen zwischen „Money“ und „Je t‘aime“. Wer einen Besuch erwägt, sollte allerdings zweierlei bedenken. Zum einen sind die Karten sehr begeht und manche Vorstellungen bereits ausverkauft, zum anderen gilt es die Aufmerksamkeitsspanne der Sprösslinge ins Auge zu fassen – die Vorstellungsdauer ist mit deutlich über anderthalb pausenlosen Stunden nicht von Pappe.

Weitere Aufführungen ab 15. November zu unterschiedlichen Zeiten unter www.schauspielhannover.de

Von Jörg Worat

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