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Kultur Ein starker Abend mit wenig Publikum
Weltgeschehen Kultur Ein starker Abend mit wenig Publikum
13:41 24.01.2018
Braunschweig

Die Oper im Hauptgebäude des Staatstheaters muss wiederum mit einem Orchestergraben auskommen, der für viele Werke zu klein ist. Da das Braunschweiger Bevölkerungsinteresse am Theater aber begrenzt ist, gibt es keine Diskussion über solche Unzulänglichkeiten. „Die Braunschweiger merken gar nicht, wenn es hier tolle Aufführungen gibt. Das macht auf Dauer keinen Spaß“, sagte vor ein paar Jahren ein führender Mann dieses Theaters. Wenn man erlebt, mit wie wenig Anteilnahme beachtliche Opernproduktionen in Braunschweig aufgenommen werden, versteht man diese Aussage. So war es auch bei der zweiten Aufführung eines der interessantesten Werke aktuellen Musiktheaters, Salvatore Sciarrinos „La Porta della Legge“ nach Franz Kafka. Vorsichtshalber hat man diesen Einakter noch mit dem vermeintlich publikumsnäheren Stück „Die sieben Todsünden“ von Kurt Weill ergänzt. Der Saal bei der zweiten Aufführung war trotzdem erschreckend leer.

Die eigenständige Musiksprache Sciarrinos kann im Idealfall einen ungemeinen Sog auf das Publikum ausüben. In Braunschweig hat das zwar nur teilweise geklappt, weil man schon merkte, wie wenig vertraut das dortige Orchester mit einer solche avancierten Musiksprache ist, aber insgesamt geriet die Ausführung des Stückes doch durchaus eindrucksvoll.

Im Gegensatz zum glasklaren Uraufführungsregiekonzept Johannes Weigands in Wuppertal beziehungsweise Mannheim zog es die Braunschweiger Regisseurin Aniara Amos vor, einen eigenen szenischen Kosmos zu entwickeln, bei dessen Optik sofort klar wurde, dass Amos Schülerin von Achim Freyer war. Das war optisch faszinierend, führte aber dazu, dass die suggestive Handlung kaum verständlich vermittelt wurde.

Grandios gelang der zweite Teil des Abends mit dem Weill-Stück, das in einem ähnlichen Raum aus drei Wänden spielte wie der Sciarrino, aber nun mit einem stilisierten szenischen Spiel die im Text angedeutete Handlung wunderbar transportierte und gleichzeitig ironisch verfremdete. Dazu ließ Dirigent Ivan Lopez Reynoso Weills Musik so lustvoll spielen, dass das Zuhören wie das Zuschauen nicht nur wegen der hervorragenden Gesangssolistin Carolin Löffler ein Genuss war.

Von Reinald Hanke

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