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Kultur Geburtstagsfest für sechs Fotografen
Weltgeschehen Kultur Geburtstagsfest für sechs Fotografen
11:38 13.03.2018
Quelle: VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Hannover

Denn der Ansatz für die Schau beruhte auf der Idee, den 2010 verstorbenen hannoverschen Fotografen Heinrich Riebesehl zu würdigen, der jetzt seinen 80. Geburtstag gefeiert hätte. „Bei den Recherchen“, erläutert Kuratorin Inka Schube, „stellte sich heraus, dass auch andere wichtige Fotografen in diesem Jahr geboren wurden. Die haben wir einbezogen und zusätzlich aktuelle Positionen in Korrespondenz zu diesen Arbeiten gesetzt.“

So kann der Besucher nun durch einen Zyklus von sechs Räumen wandeln. Riebesehl ist mit seiner Serie „Menschen im Fahrstuhl“ vertreten, 1969 mit versteckter Kamera in einem hannoverschen Verlagshaus aufgenommen und durch unterschwelligen Humor gekennzeichnet – der eher für seine Landschaftsaufnahmen bekannte Riebesehl hat hier nicht zuletzt die gewisse Unbehaglichkeit eingefangen, die sich in der Enge des Fahrstuhls gern breitmacht. Der Kölner Arne Schmitt ließ sich dadurch inspirieren, die Geschichte der Räumlichkeiten in besagtem Verlag nachzuzeichnen.

Helga Paris fotografierte 1998 junge Menschen in Hellersdorf, fünfzehn Jahre später näherte sich ihre Kollegin Hana Miletic, aus Zagreb gebürtig, auf einem etwas anderen Weg dem Thema Adoleszenz: Bei einem Workshop in einem Brüsseler Problemviertel leitete sie den belgisch-marrokanischen Jugendlichen Zak an, seine Sneaker-Sammlung abzulichten. Diese Präsentation einer speziellen Form von Jugendkultur wird von Hip-Hop-Einspielungen auf einer eigens erstellten Vinyl-LP untermalt.

Boris Mikhailov war noch nie besonders zimperlich. In der Serie „I am not I“ stellte sich der Künstler, der aus der Ukraine stammt und mit gesellschaftlichen Turbulenzen ebenso wie mit Schwierigkeiten der Identitätsfindung aus eigener Erfahrung bestens vertraut ist, 1992 in allerlei mehr oder minder klassischen Posen dar, die nicht wirklich heroisch wirken – was auch schwerfällt, wenn man nackt und mit einem Dildo zugange ist. Selbsterfahrung spielt in einer neuen Arbeit des Künstlerduos Jasmin Krausch und Florian Merkel ebenfalls eine Rolle: Bei der interaktiven Installation „Der Limbulator“ sortiert der Besucher Begrifflichkeiten auf farbigen Kugeln, die mit Chips versehen sind – in einem Guckkasten werden wechselnde Bildfolgen sichtbar, die Gesichter, Verkehrszeichen, Fußballstadien und etliches mehr zeigen können. Dass Mikhailov diesen Brückenschlag für gewagt halten könnte, glaubt Merkel, der den Fotografen schon lange persönlich kennt, nicht: „Ich habe ihn immer als sehr offen erlebt.“

Das alles ist schon beeindruckend genug, das Museum setzt aber noch eins drauf. In einem grandiosen Extra-Raum sind Werke zu sehen, die um das Jahr 1938 entstanden sind, samt Erläuterungen zu den Künstlern. Namen wie Paul Klee, Max Ernst oder Emil Nolde sind hier vertreten, aber es findet sich auch Exotisches: Die grusligen Arbeiten des Barons Rudolph Carl von Ripper sind mit „extravagant“ noch milde umschrieben.

Von Jörg Worat

Zuwachs für die „NaturWelten“ im Landesmuseum Hannover: Ein neuer Raum will den Besuchern die Tiefsee näherbringen. Aufklärungsbedarf besteht diesbezüglich gewiss, denn der Großteil des besagten Lebensraums ist unerforscht, wiewohl 71 Prozent der Erde dem Meer gehören und davon wiederum 80 Prozent der Tiefsee. „Wir wissen mehr über unseren Mond als über die Meere auf unserem Planeten“, sagt Museumsdirektorin Katja Lembke.

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„Copacabana Palace“ ist der Titel der laufenden Ausstellung in der „Galerie für Fotografie“: So heißt ein bekanntes Luxushotel in Rio de Janeiro, so wird sarkastischerweise aber auch ein etwa 60 Kilometer entferntes Gebiet genannt, das so gar nichts Majestätisches an sich hat. Und eben hier hat Peter Bauza seine sehr speziellen Aufnahmen gemacht.

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„Ich wollte“, sagt Kathleen Rahn, „mal wieder eine Malerei-Ausstellung zeigen. Aber es sollte weniger um ein Thema gehen als um die Malerei selbst.“ Und die Direktorin des Kunstvereins Hannover ist fündig geworden: Zu sehen ist erstmals eine große Ausstellung zum Werk von Alexander Lieck, einem Künstler, der zwar schon seit Jahrzehnten in der Szene zugange ist, aber immer noch eher den Status eines Geheimtipps hat.

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