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Kultur Heitere Seiten der Inflation
Weltgeschehen Kultur Heitere Seiten der Inflation
10:29 04.09.2018
„Der schwarze Obelisk“ ist die Geschichte einer verspäteten Jugend von Erich Maria Remarque. Hier eine Szene mit Hagen Oechel und Jonas Steglich (von links). Quelle: Katrin Ribbe
Hannover

Begrüßung und Abschied zugleich: „Der schwarze Obelisk“, die erste Saisonpremiere des hannoverschen Staatsschauspiels, ist das einzige Stück, das Lars-Ole Walburg in dieser Spielzeit vor Ort inszeniert – und somit seine letzte Regiearbeit als hiesiger Intendant, wird Walburg doch 2019 den Stab an Sonja Anders weiterreichen.

Dass er für das Finale gerade einen Stoff von Erich Maria Remarque gewählt hat, ist kein Zufall. Denn mit diesem Autor hat er bereits zweimal das große Los gezogen, wenngleich auf sehr unterschiedliche Art: Eine bildmächtige Fassung von „Im Westen nichts Neues“ erwies sich auf der Schauspielhaus-Bühne als ebenso erfolgreich wie das Solo „Die Nacht von Lissabon“ im intimeren Rahmen der Cumberland-Spielstätte.

„Der schwarze Obelisk“, kein sonderlich bekannter Roman, spielt im Inflationsjahr 1923. Der Text hat seine heiteren Seiten, insofern nachvollziehbar, als die hier beschriebene Ära eine Grauzone darstellt, in der die Freude über das Kriegsende mancherlei offensichtliche Probleme übertüncht. Autobiographische Züge verlieh Remarque seiner Hauptfigur, dem Grabsteinverkäufer Ludwig Bodmer. Der wundert sich mehr über die Zeitläufte, als dass er groß an ihnen leiden würde – so zumindest spielt ihn mit leicht komödiantischem Touch Jonas Steglich, und das wirkt durchaus stimmig.

Walburg ist ein routinierter Regisseur, der die theatralen Mittel äußerst souverän beherrscht. Etwas dick trägt er bei einigen karikaturhaften Charakterzeichnungen auf (Pfarrer, Arzt), lässt überwiegend aber Understatement walten. Gewiss, zuweilen ist von einem komischen Kauz namens Hitler die Rede, groß ausgestellt wird das aber nicht. Genau so wenig wie der Brückenschlag zur Jetztzeit, der sich auch so erschließt, wenn da etwa einer aus Wut über den Versailler Vertrag in nationalistische Tiraden verfällt und dies mit dem Tenor „Das wird man ja wohl mal sagen dürfen“ rechtfertigt. Es gibt ein paar Schmankerl, so hat die hannoversche Burlesktänzerin Tronicat la Miez mehrere Auftritte.

Unter dem Strich ist dies ein sehr solider Theaterabend, es gibt allerdings zwei Hauptkritikpunkte. Der eine betrifft die Akustik, die leider vor allem manchen Satz von Carolin Haupt verschluckt: Sie spielt, und zwar hervorragend, die vermeintlich irre und doch so hellsichtige Isabelle. Zum anderen könnte die rund 130minütige Vorstellung eine Pause vertragen. Denn ein richtiger Sog will sich hier nicht einstellen: Das verhindert schon der immer wieder eingeschobene Erzählduktus.

Für hannoversche Verhältnisse klingt der Premierenapplaus jedenfalls einen Tick erschöpft.

Von Jörg Worat

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