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Kultur Izvor Pende – Wechsel zur Abstraktion
Weltgeschehen Kultur Izvor Pende – Wechsel zur Abstraktion
15:42 05.10.2018
Izvor Pende, The Seventh Continent, 2017, Öl auf Leinwand. Quelle: Picasa
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Hannover / Poznan

Der augenfälligste Unterschied ist der Wechsel von figurativen und landschaftlichen Darstellungen zur Abstraktion. Vorbei die Zeit von Himmel, Horizont und Wasserflächen, und auch die immer etwas melancholisch wirkenden weiblichen Gestalten sind komplett verschwunden. Damit einher geht eine Erweiterung der Farbpalette: Dominierten früher blau-grau-silbrige Nuancen, kracht jetzt auch schon mal ein fetziges Orange in die meist recht große Bildfläche.

Die radikale Umstellung gereicht den Arbeiten keineswegs zum Nachteil. Sie sind dadurch natürlich schwerer definierbar geworden, aber auch vielschichtiger. Dies insofern sogar im Wortsinne, als Pende interessante Spannungen zwischen Fläche und Raum einer-, Fläche und Linie andererseits herstellt. Scheint nicht hier so etwas wie ein Durchblick, dort eine Art Riss erkennbar zu werden? Zudem treffen organisch wirkende Strukturen wiederholt auf strenge Streifenstrukturen, wodurch weitere reizvolle Kontraste entstehen.

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Im Einzelfall wirken die Bilder etwas überladen – eines ist sogar eher bunt als farbstark -, jedoch nie beliebig. Und sie erschöpfen sich nicht so schnell: In diese Malerei kann man eintauchen und die Assoziationen fließen lassen. Nicht alle Arbeiten haben Titel, wenn aber doch, sind diese so vieldeutig, dass sie die Betrachtung nicht unangemessen einengen: „All the Way down“, „Diabolik“, „The Seventh Continent“ …

Pende hat gut daran getan, dass er den radikalen Ausbruch aus einmal gefundenen Mitteln gewagt hat – es gibt genug Beispiele für Kollegen, denen das nicht überzeugend und auch gar nicht gelungen ist. Hinweise auf einen Knick in der Karriere scheinen jedenfalls auszubleiben: Im nächsten Jahr wird Pende bei der bedeutenden Kunstbiennale in Venedig vertreten sein.

Von Jörg Worat

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