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Kultur Kestner Gesellschaft zeigt große Einzelausstellung der Guerilla Girls
Weltgeschehen Kultur Kestner Gesellschaft zeigt große Einzelausstellung der Guerilla Girls
17:00 31.01.2018
In der Kestner Gesellschaft in Hannover wurde die Ausstellung „The Art of Behaving Badly“ der Guerilla Girls eröffnet. Seit 1985 ist die anonyme Gruppe von Aktivistinnen, die auf die Unterrepräsentanz von Frauen und Farbigen in Galerien und Museen aufmerksam macht, aktiv. Quelle: Peter Steffen
Hannover

Hinter dem Etikett „Guerrilla Girls“ verbirgt sich eine Gruppe von rund 60 Künstlerinnen, zumeist aus den USA, die grundsätzlich anonym bleiben und in der Öffentlichkeit mit Affenmasken auftreten – zwei von ihnen, nach eigener Benennung „Frida Kahlo“ und „Käthe Kollwitz“, haben in der Kestnergesellschaft bereits eine gut besuchte Performance abgeliefert. Auch mit Videos, Plakaten und Bannern arbeitet das Kollektiv gern.

Ein solches Plakat fragt etwa danach, ob Frauen nackt sein müssen, um Eingang ins weltberühmte Metropolitan Museum of Art zu finden. Die entsprechende Statistik wird gleich mitgeliefert: In der Abteilung für moderne Kunst stammen demnach weniger als 5 Prozent der Werke von Frauen, andererseits seien 85 Prozent der dargestellten Akte weiblich.

In anderem Zusammenhang fallen die Zahlen nicht minder fragwürdig aus. Wie viele Einzelausstellungen von Künstlerinnen zeigten vier große New Yorker Museen 1985? Genau eine. Dreißig Jahre später hat sich die Summe immerhin auf fünf erhöht. Eine Steigerung ist auch bei der Kestnergesellschaft selbst zu beobachten, die sich von den Girls bereitwillig hat unter die Lupe nehmen lassen – die Recherche ergab andererseits, dass es hier massiv an Ausstellungen farbiger Kunstschaffender mangelt, gleich welchen Geschlechts. Mutig, dass diese Ergebnisse ebenfalls präsentiert werden, sogar gleich im Foyer.

Das letztgenannte Beispiel zeigt, dass die Gruppe zwar feministische Wurzeln hat, aber sich nicht auf dieses Themengebiet beschränkt, sondern ganz allgemein nach ungleichen Gewichtungen in der Kunstszene sucht. Die Ausstellung wirkt zudem keineswegs verbiestert, sondern hat ihre angenehm frechen und auch humorvollen Seiten: In altertümlichem Englisch präsentieren die „Guerrilla Girls“ etwa so etwas wie ihre eigenen Zehn Gebote, ethische Regeln, die sie für den Kunstbetrieb fordern – die zweite lautet beispielsweise, dass es in einer Ausstellung sichtbar dokumentiert werden müsse, sollten KuratorIn und KünstlerIn eine sexuelle Beziehung miteinander unterhalten.

Auch der andere Teil der Doppelausstellung stammt von weiblicher Hand und ist nicht minder eigensinnig. „Kein Stillleben“ heißt die Retrospektive von Christa Dichgans, obwohl die meisten dieser Werke formal ebensolche sind. Die aber gerne aus den Fugen geraten und so unterschiedliche Stilrichtungen wie Surrealismus und Neue Sachlichkeit zugleich zu bedienen scheinen: Mal ist in bizarrer Weise Spielzeug angehäuft, mal ergießt sich ein unübersehbarer Strom von Gabeln, Radiergummis, Sägen, Handgranaten und zahlreichen weiteren Objekten über die Leinwand. Die Ausstellung der 1940 geborenen Künstlerin, die in Berlin und Südfrankreich lebt, zeigt Werke aus 50 Jahren – und obwohl natürlich eine Entwicklung zu beobachten ist, gibt es auch mancherlei Gemeinsamkeiten zwischen frühen und späten Arbeiten.

Von Jörg Worat

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