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Kultur Neues Encke-Werk wird uraufgeführt
Weltgeschehen Kultur Neues Encke-Werk wird uraufgeführt
21:37 06.01.2019
Komponist und Dirigent Thorsten Encke. Quelle: Zuzanna Jagodzinska-Specjal
Hannover

Bei der Uraufführung handelt es sich um ein Klarinettenkonzert mit einer Weltklasse-Solistin: Sharon Kam, die ebenso wie Encke in Hannover lebt.

„Vor ungefähr zwei Jahren kam die Anfrage von Matthias Ilkenhans, dem Orchestermanager der Radiophilharmonie“, erläutert der Komponist das Zustandekommen des taufrischen Werks. „Ich hatte freie Hand bei der Wahl des Genres. Die Idee eines Klarinettenkonzerts hat schnell Anklang gefunden.“ Und wie kam Encke darauf – schließlich ist er selbst Cellist und hat viel für Streichinstrumente geschrieben? „Es hatte schon mehrere Begegnungen mit Sharon Kam gegeben, und ich wusste von ihrer Vielseitigkeit – sie hat viel Temperament und auch die Fähigkeit, sehr gesanglich zu spielen. So fand ich die Idee, die Klangfarben der Klarinette gerade für diese Musikerin auszureizen, äußerst interessant.“

Die ersten Ideen waren noch nicht bis ins Detail ausnotiert: „Ich habe zunächst eine Vorstellung vom Aufbau entwickelt, mit möglichen Abläufen bei den Stimmungen. Zu Beginn ist mir immer ein Zitat aus dem Theaterstück ,Orpheus Descending‘ von Tennessee Williams im Kopf herumgegangen: ,A bird with no feet sleeps on the wind‘. Ich wollte ja für ein Luftstrom-Instrument schreiben, und diese Vorstellung von etwas ohne Bodenhaftung war ein wichtiger Einfluss.“

Abwechslungsreiche Atmosphäre

Die fertige Komposition, deren Spieldauer etwa 24 Minuten beträgt, weist indes in Sachen Atmosphäre einige Abwechslung auf: „Es gibt vier Teile. Der erste heißt ,Call‘ und hat einen ausgeprägt polyphonen Ansatz – da ist die Klarinette manchmal durchaus gefordert, sich im Gesamtklang durchzusetzen. Darauf folgt ,Song‘ mit liedhaftem Einschlag, dann kommt ,Dance‘, eine Art Tanz auf dem Vulkan. Zum Abschluss gibt es mit ,Epilogue‘ den kürzesten Abschnitt.“ Die Orchesterbesetzung bei alledem ist nicht von schlechten Eltern: „Doppeltes Holz, doppeltes Blech. Und als Besonderheit ein Akkordeon, auch ein Luftstrom-Instrument, aber von anderem Charakter.“ Wie bei Encke-Werken üblich, haben die Musiker zuweilen Freiräume: „Dann kann etwa der Notenwert festgelegt sein, aber die Dauer einzelner Töne liegt innerhalb eines gewissen Rahmens im Ermessen der Interpreten.

Gute Zusammenarbeit mit Sharon Kam

Sharon Kam hat dem Komponisten beim Verfassen ab und an über die Schulter geschaut: „Wenn es um technische Fragen ging, zum Beispiel darum, welche Griff-Folgen besser zu handhaben sind. Es war eine sehr gute Zusammenarbeit, gerade weil Sharon Kam anspruchsvoll ist und klar ihre Meinung sagt.“

Die Uraufführung wird Joshua Weilerstein dirigieren. Wer Thorsten Encke auf dem Pult erleben will, hat dazu ebenfalls zeitnah Gelegenheit: Als Leiter seines eigenen Ensembles „musica assoluta“ präsentiert das Multitalent am 19. Januar im Kleinen Sendesaal des NDR das Programm „Mouvement“, in dem mit „Préludes for Ensemble“ wiederum ein eigenes Werk vertreten ist.

Von Jörg Worrat

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