Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Kultur Magische Momente: Chopin-Passage in neuem Licht
Weltgeschehen Kultur Magische Momente: Chopin-Passage in neuem Licht
15:32 16.05.2019
Hélène Grimaud. Quelle: Mat Hennek
Hannover

Zu Beginn des Konzerts sitzt Hélène Grimaud versunken vor den Tasten – es dauert ungewöhnlich lange, bis sie zu spielen beginnt. Gegensätzliches Bild nach der Pause: Das Publikum ist noch gar nicht ganz mit Tuscheln und Hüsteln fertig, als Grimaud schon loslegt. Abende mit der französischen Starpianistin sind eben oft irgendwie eigenartig – das wussten wohl auch die meisten der 1200 Besucher, die Veranstalter Pro Musica ein fast ausverkauftes NDR-Funkhaus bescherten.

Ohrwurm-Qualitäten

Zwischenapplaus? Warum denn. Grimaud schätzt Programme mit einer gewissen inhaltlichen Klammer und schlägt gerne große Bögen, hat sich in diesem Fall auf die Suche nach nächtlichen Stimmungen begeben. Fündig geworden ist sie bei Bekanntem und Kultigem, bei Debussy und Chopin, bei Erik Satie mit seinen wunderlichen Werken und bei Valentin Silvestrov, einem 1937 geborenen ukrainischen Komponisten, dessen „Bagatellen“ streckenweise so etwas wie Ohrwurm-Qualitäten entwickeln können.

In musikalisches Zwischenreich entrückt

Grimaud arbeitet nicht einfach die Namen ab, sondern mischt die Abfolge der kurzen Stücke durcheinander, ordnet sie nach Klangfarben, zu denen sie als Synästhetikerin eine ganz besondere Beziehung hat. Das kann nachgerade magische Momente mit sich bringen, in denen etwa manche Chopin-Passage in völlig neuem Licht erscheint. Allerdings darf man bei Grimaud nicht immer auf Nachvollziehbarkeit spekulieren, zuweilen wirken ihre Ansätze unmotiviert – Satie in eine Art musikalisches Zwischenreich zu entrücken, ist ja durchaus angesagt, aber deswegen muss man ihn nicht gleich verschleiern.

Faszinierender Facettenreichtum

Wie eingangs erwähnt, stürzt die Pianistin sich gleichsam in den zweiten Konzertteil. Als wäre sie der Ansicht, dass Schumanns „Kreisleriana“ nicht gar zu viel Besinnung vertragen: Das Werk ist ja auch außergewöhnlich reich an Stimmungen, und Grimaud bedient sie alle, ist mal sanft und mal spielerisch, legt dann völlig entfesselt los, ohne dabei äußerlich eine wilde Show abzuziehen. Dieser Facettenreichtum ist natürlich faszinierend, andererseits wird, typisch für Konzerte dieser Pianistin, die musikalische Persönlichkeit hinter alledem nie richtig greifbar – wer eigentlich ist Hélène Grimaud?

Jubelnde Fans

Unter dem Strich sollte man jedoch dankbar sein, dass da jemand so beharrlich aus der Reihe tanzt und auf eine ganz eigene Art von Gestaltung setzt. Die zahlreichen Fans im Publikum sehen‘s ähnlich, jubeln und erheben sich von den Sitzen. Zum Dank spielt Grimaud zwei Zugaben, eine solide Chopin-Nocturne und eine großartige Rachmaninow-Etüde, in der sich binnen weniger Minuten die widersprüchlichsten Gefühle durchmischen.

Von Jörg Worat

Nach allerlei Hickhack um den Vetrag, ist jetzt offenbar alles klar: Madonna wird beim ESC singen. Geprobt hat sie auch schon.

16.05.2019

Nichts und niemand war vor ihm und seinem Sprachwitz sicher. Und der war nicht immer nur einfach lustig. Bitter und böse konnte es klingen, manchmal mit einem Schuss Häme, wenn sich der Satiriker Droste etwas oder jemanden vornahm.

16.05.2019

Für die einen sind die Arbeiten von Jeff Koons Kunst, für die anderen Kitsch. Fest steht aber: Kein Werk eines anderen lebenden Künstlers hat bislang mehr Geld bei einer Auktion eingebracht. Wie lange kann er diesmal den Rekord wohl halten?

16.05.2019