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Kultur Neujahrskonzert im Opernhaus
Weltgeschehen Kultur Neujahrskonzert im Opernhaus
15:01 03.01.2019
Hannover

Wenn das Niedersächsische Staatsorchester Hannover zum Neujahrskonzert bittet, kann man davon ausgehen, dass hier überwiegend Traditionelles angesagt ist. Was allerdings keineswegs mit Biederkeit gleich zu setzen ist: Nicht zum ersten Mal zeigte Generalmusikdirektor Ivan Repušic auf dem Dirigentenpult im Opernhaus, wie man einen solchen Spagat hinkriegt. Sowohl die Mittags- als auch die Abendveranstaltung waren ausverkauft.

Unverwüstlicher Cancan

Zwei Jubilare dominierten das Programm: Die Geburt von Jacques Offenbach und Franz von Suppé jährt sich 2019 zum 200. Mal, und beide Komponisten waren mit Hits und auch unbekannteren Werken vertreten. Die Ouvertüren zur „Leichten Kavallerie“, zu „Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien“ oder „Madame Favart“ standen auf dem Programm und sogar der offenbar unverwüstliche Cancan aus „Orpheus in der Unterwelt“. Klugerweise nimmt Repušic solche Musik nicht auf die leichte Schulter: Die Einsätze erfolgten präzise, und es ging angemessen schwungvoll zur Sache, ohne in die Sorglosigkeit umzukippen. Und wenn der Dirigent auf den Fußballen zu wippen begann, wirkte das keineswegs wie eine aufgesetzte Attitüde.

Gemeinsames Fingerschnipsen

Gleiche Sorgfalt hatte der Solist des Abends zu bieten und eroberte sich damit mühelos die Publikumsherzen. Der mazedonische Pianist Simon Trpceski differenzierte George Gershwins „Rhapsody in Blue“ so elegant aus, wie man das nur selten zu hören bekommt – da kamen die verschiedensten Klangfarben zum Tragen. Dass er zwischendurch das Publikum zum gemeinsamen Fingerschnipsen animierte, ist Geschmackssache, eine solche Einlage sollte aber gerade bei einem Neujahrskonzert nicht wirklich überraschen. Als Zugabe hatte Trpceski dann noch „Take Five“ im Köcher, und als aus dem Orchester nach und nach Bass, Saxophon und Schlagwerk hinzukamen, hatte man tatsächlich die Besetzung der legendären „Dave Brubeck Quartets“ zusammen. Ganz ohne die Strauss-Familie ist der Jahresauftakt dann doch schwer zu stemmen. Interessant, dass „Stürmisch in Lieb‘ und Tanz“ von Johann II sehr schmissig von der Bühne kam, während der „Sphärenklänge-Walzer“ vom ursprünglich als Ingenieur tätigen Bruder Josef zwar unnötig ausführlich, aber deutlich raffinierter wirkte.

„Der Vollpfosten im Weißen Haus“

Zum Saisonende werden Opernintendant Michael Klügl und sein Team abtreten, so dass künftige Neujahrskonzerte wohl anders aussehen dürften. Jetzt war noch einmal die Moderation von Chefdramaturg Klaus Angermann zu hören, zuweilen mit einer Satzgirlande zuviel, dafür herzerfrischend offen gerade bei den politischen Anmerkungen („Der Vollpfosten im Weißen Haus“). Und ob künftige Generalmusikdirektoren ähnlich elegant das Problem lösen, den „Radetzky-Marsch“ ins Programm zu schmuggeln und zugleich das Dirigat dieses Gassenhauers zu vermeiden? Ivan Repušic pflegt dafür nämlich einen Freiwilligen aus dem Publikum zu rekrutieren, der sich dann austoben darf, bis zum krönenden Abschluss massenhaft Luftballons von der Opernhaus-Decke ins Parkett heruntersegeln.

Von Jörg Worat

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