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Kultur Grammy-Verleihung: Streit hinter den Kulissen
Weltgeschehen Kultur Grammy-Verleihung: Streit hinter den Kulissen
10:21 24.01.2020
Deborah Dugan war gerade einmal fünf Monate im Amt. Foto: Charles Sykes/Invision/AP/dpa Quelle: Charles Sykes
Pittsburgh

Los Angeles (dpa) - Ein passenderes Motto hätten sich die Organisatoren der wichtigsten Musikpreise der Welt wohl kaum geben können.

Seit Wochen schreit es als Werbung für die 62. Verleihung der Grammy Awards am Sonntag von Plakatwänden und in TV-Spots: «Unexpect Everything», ein Wortspiel, das am ehesten mit «Befreie dich von deinen Erwartungen» zu übersetzen ist. Seit einigen Tagen ist aber klar, dass sich dieser Leitspruch wohl nicht nur auf die Preisträger der Show bezieht - bei der ausrichtenden Recording Academy mit ihren 13.000 stimmberechtigten Mitgliedern geht es drunter und drüber.

Vergangene Woche berichteten US-Medien, dass Deborah Dugan, die Chefin der Akademie, wegen «Fehlverhaltens» vorerst freigestellt sei. Sie war gerade einmal fünf Monate im Amt, seinerzeit angetreten, um mehr Vielfalt in das Gremium zu bringen, das seit Längerem wegen zu vieler alter Mitglieder weißer Hautfarbe in der Kritik steht. Ihrem Vorgänger Neil Portnow war zudem vorgeworfen worden, Frauen bei der Preisvergabe zu diskriminieren.

Im Gegenzug verklagte Dugan ihren früheren Arbeitgeber, wie US-Medien berichteten. Sie sei zu Unrecht gefeuert worden, nachdem sie sich gegen sexuelle Belästigung gewehrt und Unregelmäßigkeiten bei den Grammy-Nominierungen angesprochen habe. Die Recording Academy wies dies wiederum zurück.

Reichlich Drama also, das den Blick auf diejenigen verstellt, um die es eigentlich geht, denn die oft recht konservativen Grammys haben mit vielen Nominierungen für drei große neue Talente dieses Jahr Nähe zum Zeitgeist bewiesen. US-Sängerin Lizzo (31, «Truth Hurts») ist achtmal für einen Preis vorgeschlagen, unter anderem in den als vier Königskategorien geltenden Sparten «Song des Jahres», «Aufnahme des Jahres», «Album des Jahres» und «Bester neuer Künstler».

Dahinter folgen Billie Eilish (18, «Bad Guy») und Lil Nas X (20, «Old Town Road») mit je sechs Gewinnchancen. Alle drei Musiker sind erstmals für Grammys nominiert, und Eilish steht ebenfalls in den vier Hauptkategorien zur Wahl. Seit 1959 ist das damit erst zwölf Acts überhaupt gelungen.

In weiteren der insgesamt rund 80 Kategorien sind unter anderem Beyoncé und Taylor Swift nominiert. Auch die frühere First Lady der USA, Michelle Obama, kann eine Trophäe gewinnen, sie ist für die Hörbuch-Version ihres Bestsellers «Becoming» nominiert.

Auch deutsche Gewinnchancen gibt es: So ist Apparat (Sascha Ring) für «LP5» in der Kategorie «Best Dance/Electronic Album» nominiert. Der Komponist Hans Zimmer geht mit der Musik zur neuen Filmadaption von «Der König der Löwen» ins Rennen, die WDR Big Band ist gemeinsam mit dem Jazz-Komponisten Fred Hersch für die beste instrumentale Komposition nominiert, und Dirigent Christian Thielemann für die beste Opern-Aufnahme. Der österreichische Dirigent Manfred Honeck wurde mit seinem Pittsburgh Symphony Orchestra für die beste Orchester-Performance nominiert.

Moderiert wird die Show erneut von Sängerin Alicia Keys («Girl on Fire», «No One»), die einen Tag vor der Verleihung ihren 39. Geburtstag feiert. Sie wird unter anderem Auftritte der Rockband Aerosmith, von Country-Star Blake Shelton und von US-Sängerin Gwen Stefani ankündigen. Shelton und Stefani, die seit 2015 ein Paar sind, werden demnach zum ersten Mal gemeinsam auf der Grammy-Bühne stehen.

Es soll weiter gehen mit den Superheldinnen. Schauspielerin Brie Larson schlüpft dabei wieder in ihre Rolle als ehemalige Airforce-Pilotin mit Superkräften.

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