Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Kultur Reizvoller Text mit subtilen Klängen
Weltgeschehen Kultur Reizvoller Text mit subtilen Klängen
12:19 28.10.2018
Inga Kolbeinsson las den fiktiven Brief von Sophie Dorothea. Musikalisch begleitet wurde sie von Lajos Rovatkay am Spinett. Quelle: David Borghoff
Celle

Residenzklänge mal anders. Die kleine Reihe mit Musik und Texten, die auf unterschiedlichste Weise auf die Celler Residenzgeschichte Bezug nehmen, brachte dieses Mal einen ganz neuen Text in Beziehung zu historischer Musik. Im Vorfeld konnte man nur rätseln was unter der Veranstaltung „Monolog der Sophie Dorothea – Eine theatralische Lesung mit Musik von Hans Zimmer zur Geschichte der letzten Prinzessin vom Celler Hof und der Königsmarck-Affäre“ zu verstehen sein könnte. Viel sperriger kann ein Veranstaltungstitel kaum sein. Vielleicht lag es auch daran, dass trotz ansprechenden Plakats außer ein paar Geschichtsinteressierten kaum Besucher in den Rittersaal des Celler Schlosses gekommen waren. Das geringe Interesse war letztlich ein wenig schade, denn der Abend war reizvoller, als es der Titel vielleicht hätte erwarten lassen.

Der Schauspieler, Regisseur und Autor Hans Zimmer hat einen Text geschrieben, in dem er die 30 Jahre in Ahlden gefangene Sophie Dorothea einen fiktiven Brief an ihre ferne Tochter schreiben lässt. Sie reflektiert ihre Situation als abgeschobene Ehefrau, die, ihrer Persönlichkeitsrechte geraubt, ein trostloses Dasein führt. Aber sie findet immer wieder Anlässe, auf andere Weise über ihr Leben, vor allem aber auch über die von außen ihr aufgezwungenen Lebensumstände laut nachzudenken. Inga Kolbeinsson las diesen Text mit einer Mischung aus Distanz und Empathie, die sehr passend schien. Da wurde nichts übertrieben, aber auch nichts verflacht. Sie sprach mit einer Diktion der Bestimmtheit, die ihrer Figur sehr guttat.

Das Besondere dieses Abends war nun aber die Kombination des Textes mit Musik. Der große norddeutsche Übervater der Alten Musik, Lajos Rovatkay, setzte sich nämlich neben die Schauspielerin an ein Spinett und spielte die berühmte Follia, eines der bekanntesten Bassmodellthemen dieser Zeit, und improvisierte diverse Varianten davon als musikalische Interventionen. Mal hörte man das gesamte Thema, mal gab es nur ein paar Takte, und ein drittes Mal konnte man sich etwas länger an einer umfangreichen Variation erfreuen. Da gab es ganz vorsichtige Momente, aber auch geradezu auftrumpfende Variationen, die voller höfischer Pracht daherkamen.

Im Grunde spielte Rovatkay nichts anderes als immer das gleiche Thema in unterschiedlichen Varianten. Die Vielfalt dieser selbst erfundenen Musik faszinierte sehr, denn sie gelang Rovatkay an einem kleinen Spinett mit nur einem sehr kleinen dynamischen Spektrum. Und wie sensibel er immer wieder auf die unterschiedlichen Gefühlslagen der Figur reagierte! Und alles geschah mit größter Selbstverständlichkeit.

Von Reinald Hanke

Neben der großen Falco-Ausstellung zeigt das Theatermuseum Hannover derzeit Werke der Fotografen Will Burgdorf und Peter Brüchmann.

26.10.2018

In seiner neuen Ausstellung „Wasser – Farben – Bilder“ zeigt das Albert-König-Museum in Unterlüß Bilder unterschiedlicher Künstler im Vergleich.

17.10.2018

In der Wechselausstellungs-Halle des Sprengel Museums in Hannover sind Werke der österreichischen Künstlerin Florentina Pakosta zu sehen.

12.10.2018