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Kultur „Vocaldente“ begeistert mit Gesang
Weltgeschehen Kultur „Vocaldente“ begeistert mit Gesang
16:08 13.01.2019
Mit deutschen und internationalen Pop-Songs zog das A-cappella-Quintett Vocaldente das Publikum in seinen Bann. Quelle: Peter Bierschwale
Celle

Mit deutschen und internationalen Pop-Songs sowie einer besonderen Gesangstechnik eroberten sie schrittweise ihr Publikum. Außerdem hatten sie eine nette Überraschung mitgebracht, die das Publikum jubeln ließ.

Vocaldente ist vermutlich die am internationalsten aufgestellte deutsche A-cappella-Formation. Mehrere Jahre hatten sie ihr deutsches Publikum vernachlässigt und waren kreuz und quer durch die Welt getourt. Doch nun kehrten sie zurück und gaben ihr erstes Konzert nach der Weihnachtspause in der CD-Kaserne.

Gleich zu Beginn erinnerte Countertenor Benjamin Boresch an die besondere Technik der Gruppe, die sie als „A-cappella-Art“ bezeichnen: „Alles, was ihr hört, ist genau so gesungen worden.“ Gemeint ist damit, dass die Gruppe außer den Mikros keine weitere Technik verwendet, um den Klang zu verbessern. Dennoch haben die Sänger ihre Möglichkeiten durch besondere Kondensatormikrofone verbessern können. Diese erlauben es ihnen, in größerem Abstand zu den Mikrofonen zu singen. Das verbessert ihre Performance, denn sie müssen nicht mehr an denen kleben und können sich freier bewegen.

Das half ihnen, interessante Choreografien zu entwickeln, wie bei „Rhythm of the Night, bei dem sie einen ulkigen Tanz aufs Parkett legten. Noch waren Künstler und Publikum noch nicht recht miteinander warm geworden, aber mit „Bei mir bist du scheyn“ gab es einen ersten Durchbruch: Nach einem zurückhaltenden, fast zarten Beginn drehte Vocaldente schwungvoll auf und ließ ein ganz besonderes Arrangement hören: Sie swingten im Schellackplatten-Sound, imitierten Bläserstimmen und endeten in einem musikalisch und tänzerisch hinreißenden Schluss.

Vocaldente profilierte sich weniger durch musikalischen Comedy-Klamauk denn durch erstklassigen Gesang, aber auch ihnen saß zuweilen der Schalk im Nacken.

Tenor Jakob Buch sang das türkische Lied „Simarik Kiss Kiss“ fast wie ein Iman, aber seine feinen Tanzbewegungen und sein Wackel-Dackel-Kopf ließen ein Augenzwinkern erahnen.

Bassist Tobias Pasternak kokettierte dann mit seinem Bassisten-Dasein: Es sei nicht so schön, immer nur „Rengedäng“ singen zu dürfen, und seine tiefe Stimme habe er durch viel Zigaretten und „Hochprozentiges“ erwerben müssen.

Vocaldente hatte seinem Publikum eine „Überraschung“ versprochen, und die gab es vor der Pause: Die Sänger hatten am Tag vor ihrem Konzert mit zwei sechsten Klassen des Ernestinums einen A-cappella-Workshop geleitet und zusammen mit Musiklehrerin Maria Meynecke drei Lieder eingeübt. Die rund 30 Schüler sangen drei Lieder, davon zwei gemeinsam mit Vocaldente. Besonders das letzte Stück, der Abba-Song „Mamma Mia“, für den Jakob Buch eigens ein Arrangement geschrieben hatte, klang super: Die Schüler sangen schwungvoll und dreistimmig, die Profi-Sänger hielten sich zurück und gaben Sängerin Kristin Raddatz musikalisch Raum, den sie zu einem beachtlichen Lead-Gesang nutzte. Das Publikum jubelte ihr zu.

In der zweiten Hälfte gab es dann noch gängige Pop-Songs wie Grönemeyers „Sie mag Musik nur wenn sie laut ist“, aber am besten gefiel dem Publikum wohl „Irgendwo auf der Welt“ von den Comedian Harmonists in der Zugabe, das fast wie das Original erklang.

Fotostrecke: „Vocaldente“ begeistert mit Gesang

Von Peter Bierschwale

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