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Kultur Faszinierende Klangfarben in lockerer Atmosphäre
Weltgeschehen Kultur Faszinierende Klangfarben in lockerer Atmosphäre
15:29 08.07.2019
„Sher on an Shier“ heißt die Klezmer-Formation, die in der Celler Pauluskirchedurch ihr harmonisches Spiel ein tolles Konzerterlebnis bot. Quelle: David Borghoff
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Celle

Die Übersetzung auf Deutsch lautet nämlich frei „nicht aufhören wollender Tanz“. Und genau diese tänzerische Ausrichtung jiddischer Volksmusik im weitesten Sinne wurde an diesem Abend zu sinnlichem Klang gemacht.

Jiddische Musik ohne Gesang

„Sher on a Shier“ erwies sich als eine Formation, die jiddische Musik – sehr ungewöhnlich – ohne Gesang präsentiert. Klezmer ist aber eben immer auch eine Musik, die für einen Anlass gemacht wird, manchmal für einen religiösen, öfter jedoch für einen weltlichen. Klezmer ist vor allem eine Musik, die man gemeinsam macht beim Feiern und zum Tanzen. Und genau das ist die Charakteristik dieser Band, die eine Musik macht, die immer irgendwie dazu drängt, sich zu bewegen, Und wenn nicht zum Tanzen, dann zumindest zum Wippen mit dem Fuß oder Klatschen. Dass sich diese Formation ganz auf diese spezielle Variante von Klezmer eingespielt hat, das ist das Besondere dieses Quartetts, das 2011 gegründet wurde.

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Klangfarben, die man sich kaum vorstellen kann

Wenn man das instrumentale Niveau wahrnimmt, dann ist vor allem auffällig, dass sowohl das Zusammenspiel als auch die technische Dimension des Musizierens außergewöhnlich gut ist. Gerade bei solchen Gruppierungen ist das keineswegs selbstverständlich. Es war schon sehr auffällig, wie gut die Feinabstimmung selbst im schnellsten Spiel noch funktionierte. Da entstanden manchmal durch das zeitgleiche Spiel von Melodien auf zwei Instrumenten Klangfarben, die man sich vorher kaum vorstellen konnte. Da musste man schon sehr genau zuhören. In schnellen Passagen war das gerade in der Kombination Klarinette und Akkordeon faszinierend, aber auch das klangliche Einschmiegen der tiefen Querflöte hatte etwas. Am allerbesten aber war, dass das Spiel immer locker und entspannt wirkte. Da konnte man auch verschmerzen, dass von der jiddischen Sprache in all ihren vielen Varianten kaum etwas zu erleben war.

Von Reinald Hanke

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