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Kultur Wie ein Urlaubsausflug
Weltgeschehen Kultur Wie ein Urlaubsausflug
15:24 08.07.2019
Bilder, die den Wunsch nach Urlaub wecken: „Sommerimpressionen“ heißt die Ausstellung von Michelle Döring-Hochet. Quelle: Doris Hennies
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Celle

Im Mehrgenerationenhaus Celle sind zurzeit die luftig-leichten, durchaus etwas romantisierten Aquarelle der bretonischen Malerin Michelle Döring-Hochet zu sehen. Unter dem Titel „Sommerimpressionen“ lässt diese Ausstellung das Bedürfnis entstehen, mal wieder zu reisen – irgendwohin in den Süden.

Ein „perfekter Blick“

Verwinkelte Gassen, weißgekalkte dicke Mauern, vertäute Fischerboote, sanft auf den Wellen schaukelnd, und immer wieder Strand und Meer, friedlich und einladend. Momentaufnahmen, wie man sie für ein Urlaubsfoto wählen würde – nichts stört diese Idylle, nicht mal ein Mensch. Es ist nur der Ort, ein „perfekter Blick“ auf das, was diese Stelle so attraktiv erscheinen lässt, so einnehmend macht. Jeder kennt solche mit Absicht gewählten Motive und Ausschnitte. Es gibt sie, und doch bekommen sie – so aus der alltäglichen, unperfekten, umfassenderen Perspektive gerissen – etwas Surreales, Unechtes. Eben eine romantisch verbrämte Idylle. Und tatsächlich ist es diese eingefangene Schönheit, alles Störende ausgeblendet, die die Sehnsucht weckt und zum Träumen verleitet.

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Affinität zum Meer liegt ihr in den Genen

Michelle Döring-Hochet wurde 1950 in der Bretagne geboren. Die Affinität zum Meer liegt ihr in den Genen. Nach dem Abitur kam sie 1969 über das Deutsch-Französische Jugendwerk nach Deutschland und blieb, auch der Liebe wegen. Seit 1992 lebt sie in Celle. Als 26-Jährige hat sie „ernsthafter“ die Malerei für sich entdeckt. „Ich habe zuerst wild experimentiert mit allerlei Techniken“. Seit 1984 konzentriert sie sich auf das, was wirklich zu ihr passt: die Aquarellmalerei. Ursprünglich Autodidaktin, baute sie in zahlreichen Kursen, Workshops und Seminaren ihr Können aus. Seit 1993 ist sie aufgenommen als Mitglied im Bundesverband Deutscher Künstler. Sie hat ihr Talent erfolgreich umgesetzt, sammelt ihre Impressionen auf Urlaubsreisen und Exkursionen.

Die scheinbare Leichtigkeit des Lebens

„Ich bin eine reiselustige Person. Möchte spüren, fühlen, erleben – ich male, was mein Auge sieht und was meine Sinne erfreut. Wenn ich male, bin ich bei mir, ganz mittig – es beruhigt mich.“ Der Süden, vor allem das Mittelmeer, hat es ihr angetan: das Licht, die Sonne, die scheinbare Leichtigkeit des Lebens. Was sie beeindruckt, hält sie zunächst in Skizzenbüchern fest, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind – auch da schon aquarelliert. Später setzt sie sich hin und entwickelt daraus ihre größeren Bilder.

Von Doris Hnenies

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