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Kultur Von Arthur Miller bis Fatih Akin
Weltgeschehen Kultur Von Arthur Miller bis Fatih Akin
16:28 22.05.2019
Von Jürgen Poestges
Präsentieren stolz das neue Programm des Schlosstheaters: (von links) Matthias Schubert (Chefdramaturg), Andreas Döring (Intendant), Mona vom Dahl (Dramaturgin), Christina Behre (Leiterin der Theaterkasse) und Charlotte Werner (Theaterpädagogin). Quelle: Fabian Engelke
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Celle

CELLE. Mut! – Das ist das Motto, unter dem das Team des Schlosstheaters Celle die Stücke für die kommende Spielzeit zusammengestellt hat. „Das Gestalten des Spielplans ist ein ständiger Prozess“, erklärt Intendant Andreas Döring. „Wir haben viel gelesen und viel gesprochen.“ Und Dramaturgin Mona vom Dahl ergänzt: „Für jedes Stück, das auf dem Spielplan steht, gibt es einen Berg von Stücken, die wir nicht genommen haben.“ Chefdramaturg Matthias Schubert ergänzt, dass man natürlich auch aus seinem Fundus schöpfen könne. „Wir haben ja schon einen großen Erfahrungsschatz.“ Rund drei Monate hat es gedauert, bevor das Programm feststand.

Auftakt mit "Wie es Euch gefällt"

Am 13. September startet die neue Saison mit „Wie es euch gefällt“ von William Shakespeare. „Die Welt ist aus den Fugen, die Menschen leiden unter Tyrannei“, so Döring. „Alle Protagonisten treffen sich im Ardenner Wald, sie erkennen sich nicht.“ Shakespeare erzählt hier die Geschichte von einem Aufbruch in eine Utopie.

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Stück der Berger Stadtschreiberin

Der Spielplan ist gespickt von kleinen und großen Höhepunkten. So zum Beispiel „Alles, was wir wissen konnten“, das nach einem Roman der derzeitigen Berger Stadtschreiberin Ariella Kornmehl aus den Niederlanden entstanden ist. Premiere ist am 17. April. Die Autorin ist Jüdin und hat einen biografischen Roman über den Graubereich zwischen Opfern und Tätern des Holocaust geschrieben.

Arthur Miller wieder im Programm

Arthur Miller, in der laufenden Spielzeit mit dem „Tod eines Handlungsreisenden“ vertreten, ist mit „Ein Blick von der Brücke“ dabei (ab 27. März). „Das Stück zeigt den Blick auf ein Land, das sich als Einwanderungsland begreift. Eine Problematik, die sehr aktuell ist“, erklärt Mona vom Dahl.

Mit Ibsen und Goethe

Ein weiterer Klassiker ist „Nora oder ein Puppenheim“ von Hendrik Ibsen. Die Geschichte einer Frau, die aus ihrer Familie ausbricht und sich emanzipiert (ab 31. Januar). In der Halle 19 ist ab dem 7. Dezember Johann Wolfgang von Goethes „Iphigenie“ zu sehen. „Das ist ein klassischer Stoff, den wir versuchen, moderner aufzugreifen“, so Döring.

Drehbücher für Bond-Filme

Im Malersaal wird ab dem 25. Oktober das Stück „Rot“ zu sehen sein. Autor John Logan hat schon Drehbücher für James-Bond-Filme geschrieben. „Allerdings ist das diesem Stück nicht anzumerken“, sagt Schubert.

Theaterstücke, die auf Filmen basieren

In schöner Regelmäßigkeit sind Stücke dabei, die auf Filmen basieren. „Aus dem Nichts“ zum Beispiel nach dem Drehbuch von Fatih Akin, der Film war 2018 für den Oscar nominiert. Oder „Das Apartment“ nach dem Film von Billy Wilder und I. A. L. Diamond. „Sein oder Nichtsein“ ist eine Komödie von Nick Whitby nach dem Film von Ernst Lubitsch. Darin schlüpft eine polnische Schauspieltruppe in die Rolle von Nazi-Soldaten, um die Besatzer zu überlisten.

"Der kleine Horrorladen"

„Sonny Boys“ machte der Film mit Walter Matthau bekannt und ist die tragikomische Geschichte einer alten Freundschaft (ab 5. Oktober in der Halle 19). „Der kleine Horrorladen“ ist die Geschichte über eine sehr gefräßige fleischfressende Pflanze, die als Musical verfilmt wurde (ab 3. April). Und ganz besonders freuen darf man sich auf „Shakespeare in Love“, das ab 5. Juni als Sommertheater im Schlossinnenhof gezeigt wird.

"Theater soll ermutigen"

Der neue Spielplan weist wieder einmal sehr viele Facetten auf und deckt sehr viele Themen ab. Das alles unter dem „Mantel“ Mut. „Theater kann die Welt nicht verändern“, sagt Intendant Döring. „Aber wir können die Menschen über das Theater ermutigen, können eine erleuchtende, erhellende Position einnehmen.“

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