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Kultur Robbie Williams stimmt auf Weihnachten ein
Weltgeschehen Kultur Robbie Williams stimmt auf Weihnachten ein
10:11 21.11.2019
Robbie Williams: «Meine Frau hat mich mit Weihnachten angesteckt». Foto: Sony Music/dpa Quelle: Sony Music
Stoke-on-trent

London (dpa) - Pünktlich zur Vorweihnachtszeit veröffentlicht Robbie Williams sein Doppelalbum «The Christmas Present» mit Klassikern und neuen Weihnachtsliedern.

Im dpa-Interview erzählt der 45-Jährige, wie er Weihnachten feiert, warum er mit dem früheren Box-Weltmeister Tyson Fury singt und was er von Duettpartnerin Helene Fischer hält.

Frage: Sie haben ein Weihnachtsalbum aufgenommen. Ist das etwas, das sie schon lange auf Ihrer Liste hatten, ein Leidenschaftsprojekt?

Antwort: Seit drei Jahren, vorher habe ich nicht mal drüber nachgedacht. Man sucht immer neue Ideen beim Songschreiben, und irgendwann hab ich gedacht, ich versuche mal ein Geburtstagslied oder ein Neujahrslied, ein Osterlied. Dann hab ich «Bad Sharon» geschrieben, ein Weihnachts-Trinklied. Das hat so viel Spaß gemacht, dass ich mir überlegt habe, ein Lied zu machen, das die Leute bis ans Ende aller Tage nervt.

Frage: Sie singen «Bad Sharon» auf dem Album mit dem ehemaligen Box-Weltmeister Tyson Fury. Dass er gern singt, ist bekannt, seit er 2015 nach dem Sieg über Wladimir Klitschko im Ring «I Don't Wanna Miss A Thing» von Aerosmith gesungen hat. Wie kam es zu Ihrem Duett?

Antwort: Ich war vor einem seiner Kämpfe in der Umkleidekabine, was eine Ehre war - und sehr surreal. Und in diesem surrealen Moment kam mir der Gedanke, ihn zu bitten, auf meinem Album zu singen. Und irgendwo in irgendeinem Universum macht das absolut Sinn.

Frage: Sie singen auch mit Rod Stewart und Bryan Adams ...

Antwort: Ich kenne beide seit Jahren. Bryan hat ein Haus in einer Gegend, wo wir oft Urlaub machen. Und meistens wohnen wir im Haus nebenan, daher verstehen wir uns gut. Ich hab ihn unheimlich gern, es lag also nahe, ihn zu fragen. Mit Rod ist es genauso, wir kennen uns schon lange durch viele verschiedene Anlässe. Irgendwann war er zum Abendessen bei mir, da hab ich ihn gefragt, und er hat ja gesagt. Das ist ein paar Jahre her. Die hatten das vergessen, aber ich nicht.

Frage: In Deutschland sorgt vor allem das Duett mit Helene Fischer für Aufsehen. Sie beide kennen sich auch schon lange?

Antwort: Nur vom Showgeschäft. Sie war einfach immer die nette Lady in Deutschland, die unglaublich talentiert und unglaublich hübsch ist und eine großartige Stimme hat. In ihrer Gesellschaft hab ich mich immer wohlgefühlt. Und ich liebe Deutschland. Ich habe dort eine riesige Fangemeinde. Deutschland war immer so gut zu mir, das ist mein Gruß an einen Ort, an dem mein Herz sehr hängt. Sie ist extra rübergeflogen. Der Berg kam zum Propheten. [lacht]

Frage: Sind Sie ein weihnachtlicher Typ?

Antwort: Ja. Durch meine Frau. Sie hat mich mit Weihnachten angesteckt.

Frage: Wie sieht Ihr ideales Weihnachten aus?

Antwort: Wie auch immer meine Frau das plant. Ich sage bloß ja und unterschreibe den Scheck. Und meine Seele genießt das Ergebnis. Sie ist einfach sowas von gut in solchen Dingen - und ich nicht. Ich bin genau das Gegenteil, ich hab so ein Zeug nicht drauf. Wenn es sie nicht gäbe, würde das in meinem Leben gar nicht stattfinden.

Frage: Wie muss man sich das dann bei Ihnen zuhause vorstellen? Ist das ganze Haus dekoriert? Laufen Weihnachtslieder rauf und runter?

Antwort: Es gibt von allem viel zu viel. Und genauso mögen wir das.

Frage: Welche Weihnachtslieder mögen Sie am liebsten?

Antwort: Die Klassiker, die jedes Jahr wieder kommen. Die sind wie Zeitmaschinen. Das ist so, wie wenn man ein bestimmtes Aftershave riecht, das man seit den 90er Jahren nicht mehr gerochen hat. Es versetzt einen zurück in eine Zeit, von der man sich nicht sicher ist, ob man sie wirklich erinnert, aber man weiß, dass da etwas Tolles passiert ist. Und so ist es auch mit diesen Weihnachtsliedern, die von 1920 bis 1990 rausgekommen sind. Danach gab es nicht mehr viele, glaube ich, jedenfalls keine, die man immer wieder hört.

Frage: 2019 haben Sie Shows in Las Vegas gespielt, sind im Londoner Hyde Park vor Zehntausenden von Menschen aufgetreten und haben im berühmten Roundhouse ein Konzert (ohne Hits, nur mit Raritäten) gegeben. Nun kommen das Weihnachtsalbum und zwei Weihnachtskonzerte. Das war ein ereignisreiches, ziemlich gutes Jahr für Sie, oder?

Antwort: Jedes Jahr ist ein Segen. Und so war es auch in der Vergangenheit. Es ist eine unglaubliche Reise, eine unglaubliche Fahrt. Neue Möglichkeiten zu bekommen, sich zu entwickeln und immer wieder durch neue Türen gehen zu können, ist aufregend.

Frage: Wann sehen wir Sie denn mal wieder in Deutschland?

Antwort: Das wird noch dauern. Das ist immer ein riesiger Aufwand. Und üblicherweise lande ich anschließend auf der Intensivstation oder im Entzug.

Frage: Im Ernst?

Antwort: Ich habe das halb im Scherz gesagt. Aber Touren ist nichts, was ich regelmäßig machen möchte. Ich bin gut beschäftigt. Mein Leben dreht sich nicht nur um Promo, Songschreiben, Album, Promo, Tournee, Songschreiben ... Es gibt so viel anderes für mich zu tun.

Frage: Wie sehr genießen Sie die kreative Freiheit an diesem Punkt Ihrer Karriere?

Antwort: Ich hatte eigentlich immer kreative Freiheit und konnte machen, was ich wollte. Glücklicherweise war das, was ich machen wollte, ziemlich Mainstream.

ZUR PERSON: Robbie Williams wurde 1974 als Robert Peter Williams im englischen Stoke-on-Trent geboren. Nach seiner Zeit in der Boygroup Take That («Never Forget») begann er erfolgreich eine Solokarriere. Zu seinen Hits zählen «Let Me Entertain You», «Feel» und «Millennium». Seit 2010 ist er mit der US-Schauspielerin Ayda Field verheiratet. Das Paar hat drei Kinder.

Von dpa Von Philip Dethlefs

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