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Kultur Uraufführung zum Werden und Vergehen der Welt
Weltgeschehen Kultur Uraufführung zum Werden und Vergehen der Welt
13:15 16.03.2018
„Die Edda“ wird ab sofort am Schauspiel Hannover gezeigt – hier eine Szene mit Philippe Goos und Sarah Franke. Quelle: Katrin Ribbe
Hannover

Eine wahre Mammutaufgabe also, zumal es zwei unterschiedliche Textgrundlagen gibt und von einer stringenten Geschichte hier sowieso keine Rede sein kann. Zwei Insider sollten aus den Episoden so etwas wie ein großes Ganzes machen: Regisseur Thorleifur Örn Arnarsson und Autor Mikael Torfason sind als Isländer mit dem Stoff bestens vertraut, und sie bekamen drei Monate Probenzeit zur Verfügung gestellt, doppelt so viel wie üblich.

Es beginnt mit wallendem Nebel und der leider nicht immer klar verständlichen Deklamation einer Seherin (Susana Fernandes Genebra), vier Stunden später wird sich der Bühnenboden senken und alles mit sich in den Abgrund reißen. Das Ende der Welt? Eher nicht, denn der Neuanfang scheint schon impliziert: Aus gutem Grund gibt es in der Pause, die nur bedingt eine solche ist, einen kleinen Vortrag über den Unterschied zwischen einem linearen und einem zyklischen Zeitverständnis.

Riesen treten auf, Zwerge, Götter – und Bühnenarbeiter, die unter anderem mit großem Aufwand die Weltesche Yggdrasil aufrichten. Überhaupt kommen neben Szenen von archaischer Wucht mehrfach Brüche ins Spiel, wenn etwa Darsteller Christoph Müller als „Herr Müller“ plötzlich eine Art Führung über die Bühne veranstaltet und mit seinen sachlichen Erläuterungen zielsicher jegliche Magie zerstört, zugleich aber das Abgleiten ins Pathetische verhindert.

Regisseur Arnarsson ist dafür bekannt, dass er gern auf Anregungen aus dem Ensemble vertraut; konsequenterweise hat manche Szene einen Touch von Improvisation. Es wird viel musiziert: Unter der Leitung von Gabriel Cazes erklingt mal der Hochzeitsmarsch, mal „Der Entertainer“, mal „Seasons In The Sun“.

Nach der Pause kreiselt die Drehbühne unermüdlich, derweil Aktion gern durch Erzählung ersetzt wird, was zuweilen fragwürdige Züge trägt: Wenn etwa alle andächtig dem Bericht lauschen, wie der Gott Baldur, Inbegriff der Reinheit, zu Tode kommt, wirkt das nicht besonders theatral.

Dass Autor Torfason eine sehr persönliche Geschichte über die Glaubens- und Alkoholprobleme seines verstorbenen Vaters einbringt, ist legitim – die Frage, was dieser Stoff mit uns zu tun hat, sollte stets von Bedeutung bleiben. Und der stürmische Schlussbeifall zeigt, dass die Besucher überwiegend der Meinung sind, mehr als nur einer besonders ausführlichen Märchenstunde beigewohnt zu haben.

Von Jörg Worat

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