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Kultur Für die Freiheit von Kunst
Weltgeschehen Kultur Für die Freiheit von Kunst
16:02 01.02.2019
Von Jürgen Poestges
Zur Veröffentlichung der „Celler Erklärung der Vielen“ waren zahlreiche Vertreter der Institutionen erschienen, die sich an dieser bundesweiten Aktion beteiligen. Quelle: David Borghoff
Celle

Es soll ein Anstoß zum Dialog sein, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Gestern haben sich Kulturschaffende aus Stadt und Landkreis Celle mit der „Celler Erklärung der Vielen“ der bundesweiten Bewegung „Die Vielen“ angeschlossen. Unter diesem Dach erklären sich Kulturschaffende solidarisch mit den Opfern rassistischer Hetze und rechtspopulistischer Angriffe auf die Freiheit von Kunst und Wissenschaft.

„Basis ist das Grundgesetz"

Unsere Basis ist das Grundgesetz“, sagte Andreas Döring, Intendant des Schlosstheaters Celle. „Und das dürfen wir uns nicht aus der Hand nehmen lassen.“ VHS-Leiterin Liliane Steinke zitierte aus der Celler Erklärung: „Nach Artikel 5 des Grundgesetzes sind Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre frei.“

Für Jens-Christian Wagner, den Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, war vor allen Dingen überraschend, wie breit gestreut die Institutionen sind, deren Vertreter die Celler Erklärung unterzeichnet haben. Das reicht vom Schlosstheater über das Bomann-Museum, die Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen, den Morlock-Kunst- und Kultur-Verein, die Neue Jazz-Initiative, das Kulturschiff MS Loretta, das Atelier 22, den Kunstverein bis zum Bunten Haus.

Vorbehalte von Stadt und Landkreis

Allerdings haben Stadt und Landkreis Vorbehalte gegen die Initiative. Der Celler Kulturdezernentin Susanne McDowell fehlen für eine Erklärung, die auf eine rechtsradikale Einflussnahme auf den Kulturbereich abziele, konkrete Anlässe. Sie habe einige Kultureinrichtungen angeschrieben und mit den Verantwortlichen von Stadtbibliothek, Stadtarchiv und Bomann-Museum Gespräche geführt. Als städtische Mitarbeiter sollten sie die Erklärung nicht unterschreiben, weil die Stadtverwaltung sich grundsätzlich nicht politisch äußere. „Die Stadtarchivarin beteiligt sich privat an der Initiative“, so McDowell. „Für das Bomann-Museum wird der Trägerverein demnächst darüber entscheiden.“

Auch Landkreis-Sprecher Tore Harmening meint, die behaupteten Angriffe auf die Kultur fänden in der Region nicht statt. „Die Erklärung setzt rechts mit rechtsextrem gleich. Wir halten die Unterstützung der Erklärung in dieser Form für falsch.“

Wagner hingegen zeigt sich überrascht, dass behauptet werde, es gebe keine Probleme mit rechtspopulistischen und rechtsextremistischen Angriffen. Er verwies auf das Wahlprogramm der niedersächsischen AfD-Fraktion, die sich explizit gegen die Freiheit von Kunst und Wissenschaft wende. Und erst vor wenigen Tagen habe ein Besucher der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen einen Mitarbeiter der Geschichtsfälschung bezichtigt.

Döring: "Jetzt beginnt der Dialog"

Döring wollte die Einstellung von Stadt und Landkreis nicht kommentieren. „Wir sind an dem Punkt, an dem wir die Erklärung öffentlich machen. Jetzt beginnt der Dialog. Er wird nach innen in den beteiligten Institutionen geführt, aber auch nach außen.“ Jetzt zeige man sich offen für alle Beiträge, die an die Initiative herangetragen würden.

Die Unterzeichner begreifen Kultur und ihre Einrichtungen als offene Räume. „In unserer Gesellschaft treffen viele unterschiedliche Interessen aufeinander und finden sich oft im Dazwischen. Demokratie heißt, miteinander zu verhandeln – immer unter einer Voraussetzung: Es geht um alle, um jeden einzelnen als Wesen der vielen Möglichkeiten.“ Es gehe darum, geschichtsbewusst zu denken und so zu handeln, dass die Menschenrechte und die Demokratie gestärkt werden. „Solidarität statt rassistischer Ausgrenzung. Es geht um alle.“

Der vollständige Text der „Celler Erklärung der Vielen“ ist unter anderem auf www.schlosstheater-celle.de und auf www.dievielen.de zu finden.

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