Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Kultur Virtuoses Spiel mit leichten Schwächen
Weltgeschehen Kultur Virtuoses Spiel mit leichten Schwächen
21:49 02.09.2018
Akkordeonistin Meike Salzmann, Klarinettist Ulrich Lehna und Bassist Joachim Roth im Kloster Wienhausen. Quelle: David Borghoff
Wienhausen

„Tango meets Klezmer“ lautete das Programm der Akkordeonistin Meike Salzmann zusammen mit dem Klarinettisten Ulrich Lehna und dem Bassisten Joachim Roth am Freitag im Sommerrefektorium des Klosters Wienhausen. Das in diesem Fall auf ein Trio erweiterte Duo nennt sich „Sing your Soul“ also „Lass Deine Seele singen“ oder „Lass Deinen Gefühlen freien Lauf“.

Das dazu notwendige Öffnen der Seele versuchen die drei Musiker, auch vom Publikum einzufordern. Die Kommunikation mit dem Publikum lief dabei nicht nur über die Musik, sondern auch über die moderierte Wiedergabe der Texte zwischen der Musik durch die Akkordeonistin Salzmann. Im Spiel des Trios war es von Anfang an auffällig, welch klare Leitfigurfunktion Salzmann einnahm, die aber trotzdem musikalisch nie ihre Kollegen in den Hintergrund drängte. Da stimmte die Balance perfekt.

Was nicht ganz so überzeugen konnte, das war die Spielweise verschiedener Stücke und auch teilweise die Auswahl der Stücke: Gerade im ersten Teil mit den Tangos waren die Musiker einfach etwas mutlos, anspruchsvollere Titel wie solche von Piazzolla oder dessen Umfeld oder mal einen moderneren finnischen Tango zu präsentieren. Man setzte stark auf konventionelle Titel und spielte diese auf hohem Niveau, aber nicht immer mit der dieser Musik eigenen Mischung aus Verführungskunst, Stolz und Zurückhaltung.

Es folgte noch ein etwa gleichlanger Teil mit Klezmerklängen. Auch diese gelangen technisch wieder hervorragend, jedoch konnte man sich des Eindrucks nicht verwehren, dass die drei Musiker mit dieser Musik eben doch nicht so gut vertraut sind wie die reinen Klezmer-Truppen. Alleine schon die Tatsache, dass man die ganzen Klezmernummern gänzlich ohne Text vortrug, war problematisch, denn es gibt wohl wenige Sprachen, die so viel direkt über Gefühle vermitteln kann wie eben das Jiddische. Deshalb fehlte vielen Stücken doch etwas. Dafür durfte man umso mehr staunen, mit welch Virtuosität die Akkordeonistin ihren Part versah und eben als führender Kopf des Trios immer alle Fäden in der Hand behielt. Und ihre beiden Kollegen ergänzten sie gut. Viel Applaus und zwei Zugaben.

Von Reinald Hanke

Mit der autobiographisch eingefärbte Adoleszenz-Geschichte „Live! The Realest MC“ wurde das „TANZtheater International“ in Hannover eröffnet.

31.08.2018

Robert Packeiser, Lehrer für Kunst und Geschichte, wird einen Teil seines privaten Playmobil-Universums im Historischen Museum in Hannover zeigen.

30.08.2018

Das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover zeigt Werke der Zeichnerin Rotraut Susanne Berner in der Ausstellung "Sammel & Surium".

29.08.2018