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Krisenteams eingerichtet : Solinger Schulen bekommen nach Tod von Schülern Hilfe

16:33 07.09.2020
KErzen und Blumen: Vor dem Haus fand eine kleine Trauerfeier statt. Foto: Roberto Pfeil/dpa Quelle: Roberto Pfeil
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Solingen

Solingen/Mönchengladbach (dpa) - Nach dem Tod von fünf Kindern werden in Solingen nach Angaben der Stadt zwei Schulen unter anderem von Schulpsychologen unterstützt.

«Die seelischen Auswirkungen sind nicht abzuschätzen», sagte ein Sprecher der Stadt am Montag mit Blick auf die Freunde der Kinder, ihre Mitschüler, die Lehrer und alle weiteren Menschen im Umfeld, die tief betroffen seien. Den beiden Schulen sei umfangreiche Unterstützung zugesagt worden.

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Der schulpsychologische Dienst und ein Seelsorger hätten unmittelbar mit einer Grundschule und einer weiterführenden Schule Kontakt aufgenommen, schilderte der Sprecher der Stadt. An den Schulen seien Krisenteams eingerichtet worden. Auch die Opferschutzbeauftragte der Polizei sei aktiv. In der Grundschule wurden zwei der fünf toten Kinder unterrichtet. An der weiterführenden Schule ist das einzig überlebende Kind der Familie, der elfjährige Marcel, Schüler.

Nach Auskunft der Stadt Mönchengladbach hält sich Marcel weiter bei seiner Großmutter auf. Das Jugendamt stehe in regelmäßigem Kontakt und habe alle mögliche Unterstützung angeboten. Die Polizei hatte am Donnerstag die Geschwister Melina (1), Leonie (2), Sophie (3), Timo (6) und Luca (8) tot in ihren Kinderbetten in der Wohnung in Solingen gefunden. Gegen die tatverdächtige Mutter wurde Haftbefehl wegen Mordverdachts erlassen.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler hatte die Mutter ihren ältesten Sohn mit Verweis auf einen Todesfall in der Familie aus dem Unterricht geholt. Die 27-Jährige fuhr mit ihm im Zug nach Düsseldorf und verabschiedete ihn beim Umsteigen nach Mönchengladbach, wo er seine Oma besuchen sollte. In einem schulischen Gruppenchat hat der Junge laut Polizei geschrieben, alle seine Geschwister seien tot.

Die Mutter hatte sich anschließend im Düsseldorfer Hauptbahnhof vor eine S-Bahn geworfen und sich dabei schwere verletzt. Zum aktuellen Zustand der 27-Jährigen machte die zuständige Staatsanwaltschaft Wuppertal am Montag keine Angaben. Die Kinder erstickten laut den bisherigen Erkenntnissen. Ein toxikologisches Gutachten steht noch aus. Die Ermittler vermuten, dass die alleinerziehende Mutter nach der Trennung von ihrem Mann die Tat in einem Zustand emotionaler Überforderung begangen hat.

© dpa-infocom, dpa:200907-99-456204/4