Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Politik Ärger um Bundeswehr-Foto von Wehrmachtsuniform
Weltgeschehen Politik Ärger um Bundeswehr-Foto von Wehrmachtsuniform
17:31 27.11.2019
Ein Social-Media-Team der Bundeswehr hatte eine Story zu einer Ausstellung im Militärhistorischen Museum in Dresden im sozialen Netzwerk Instagram gepostet. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa Quelle: Sebastian Kahnert
Dresden

Berlin (dpa) - Die Bundeswehr hat mit der Veröffentlichung des Fotos einer Wehrmachtsuniform auf ihrem Instagram-Account für Wirbel gesorgt und sich umgehend dafür entschuldigt.

Der Beitrag in dem sozialen Netzwerk sei «nicht akzeptabel», sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Mittwoch im Bundestag. Er sei deswegen auch vollkommen zu Recht zurückgezogen worden. Die Beteiligten hätten um Entschuldigung gebeten. «Und dieser Entschuldigung schließe ich mich ausdrücklich auch an», sagte die CDU-Vorsitzende. Der Vorgang sei geeignet, das Ansehen der Bundeswehr in der Gesellschaft und der Öffentlichkeit zu schädigen.

Ein Social-Media-Team der Bundeswehr hatte den Angaben zufolge am Dienstag eine Instagram-Story zu einer Ausstellung im Militärhistorischen Museum in Dresden veröffentlicht. Ausstellungsthema war der Einfluss der Uniform auf die Mode. Dabei wurde ein Foto einer Wehrmachtsuniform veröffentlicht, an der auch zwei Eiserne Kreuze mit Hakenkreuzen angebracht waren. Dazu war zu lesen: «Bis heute halten sich militärische Stilelemente in der Haute Couture.» Auch der Schriftzug «retro» war zu lesen.

Kramp-Karrenbauer sagte, der Beitrag passe nicht dazu, dass die Wehrmacht als Institution grundsätzlich in keiner Weise für die Bundeswehr «sinn- und traditionsstiftend» sei. Sie verwies auf den Traditionserlass der Bundeswehr, in dem dies festgelegt sei. «Es sind persönliche Fehler, die dort passiert sind», betonte die Ministerin. «Bisher gibt es keinen Anhaltspunkt für irgendein politisches Motiv.»

Zuerst hatte die «Bild»-Zeitung über die Instagram-Botschaft berichtet und auch das inzwischen gelöschte Foto als Screenshot gezeigt.

«Es handelt sich nach unserem jetzigen Stand um einen extrem ärgerlichen Fall von Gedankenlosigkeit», sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Christian Thiels, in Berlin. «So etwas darf einfach nicht passieren.»

Die Uniform war nach seinen Angaben im Film «Operation Walküre» mit Tom Cruise verwendet worden. Sie gehöre nicht zu der Mode-Ausstellung und habe folglich in der Instagram-Story nichts verloren gehabt. Nach Darstellung eines Museumssprechers ist die Uniform kein Original, sondern eine Nachbildung für den Hollywood-Streifen.

Laut Ministeriumssprecher Thiels wurden mit den Verantwortlichen «intensive Gespräche geführt». «Die Handelnden haben sich als sehr schuldbewusst erwiesen, haben um Entschuldigung auch bei uns gebeten.» Die Bundeswehr werde jetzt ihre «Mechanismus zur Qualitätssicherung» überprüfen und anpassen. Sie werde auch intensive Schulungen zur historischen Sensibilisierung vornehmen. Sollten weitere Konsequenzen angezeigt sein, würden diese auch gezogen.

Erst vor gut einer Woche hatte die Bundeswehr einen Leitfaden für das Verhalten ihrer Mitarbeiter in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Darin forderte sie unter anderem dazu auf, «das Bild des Arbeitgebers Bundeswehr weiter zu verbessern und dessen Einbindung in die Gesellschaft zu fördern». Gepostet werden sollten «für die Öffentlichkeit geeignete und ansprechende Inhalte».

Rentner müssen Steuern zahlen, wenn ihre Gesamteinkünfte über dem Grundfreibetrag liegen. Mit der nächsten Erhöhung der Alterbezüge steigt auch die Zahl der Steuerpflichtigen.

27.11.2019

Nach der Absage Bayerns und Baden-Württembergs an den geplanten Nationalen Bildungsrat streiten die Länder weiter über die Folgen, die das für das deutsche Bildungssystem haben könnte. Und auch der alte Streit über die Sommerferien-Termine flammt wieder auf.

27.11.2019

Die Haltung der Bundesregierung gegenüber Iran trifft beim Nationalen Sicherheitsberater des US-Präsidenten auf Unverständnis. Laut O'Brien sollte Deutschland dem amerikanischen Vorbild folgen. Berlin reagiert.

27.11.2019