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Politik Gabriel beklagt Zurückhaltung im Rennen um neue SPD-Spitze
Weltgeschehen Politik Gabriel beklagt Zurückhaltung im Rennen um neue SPD-Spitze
13:51 14.07.2019
Sigmar Gabriel stand der SPD von 2009 bis 2017 vor. Foto: Wolfgang Kumm Quelle: Wolfgang Kumm
Berlin

Berlin (dpa) - Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel beklagt eine Zurückhaltung bei der Suche nach einer neuen Parteispitze.

«Ich sehe das mit großer Verzweiflung und auch wachsendem Zorn, wie der Vorsitz der SPD fast schon wie ein infektiöses Kleidungsstück behandelt wird, das sich niemand ins Haus holen will», sagte Gabriel der «Bild am Sonntag». «Scheinbar denken viele immer nur über die Frage nach, ob ihnen der SPD-Vorsitz nutzt oder schadet.» Gabriel stand der SPD von 2009 bis 2017 vor.

«Ich erhoffe mir sehr, dass Menschen, die ihre gesamte Karriere nur der SPD verdanken, unserer Partei jetzt auch was zurückgeben», sagte der 59-Jährige weiter. Er selbst sei als Parteichef zurückgetreten, weil er gedacht habe, die SPD bräuchte einen neuen Hoffnungsträger. «Man muss die SPD um ihrer selbst willen führen wollen und nicht um der eigenen Karrierewünsche. Sie ist es wert.» Die SPD brauche
jetzt neue Vorsitzende, «die für nichts anderes brennen als dafür, die SPD nach 160 Jahren nicht verschwinden zu lassen. Denn es geht gerade um die Existenz meiner Partei.»

Interessenten für den SPD-Vorsitz haben bis zum 1. September Zeit, ihren Hut in den Ring zu werfen. Bislang haben dies nur die beiden Duos Michael Roth und Christina Kampmann sowie Karl Lauterbach und Nina Scheer getan. Andere mögliche Kandidaten für die Nachfolge der zurückgetretenen Andrea Nahles halten sich noch zurück.

Zum Nahles-Rücktritt sage Gabriel: «Wir waren politisch nun wahrlich nicht die besten Freunde. Aber es tut mir um jeden Menschen leid, der wie sie mit ungeheuer leidenschaftlichem Engagement in der Politik ist und dann an einen Punkt kommt, wo nur noch der Rücktritt bleibt.» Politik habe auch etwas Erbarmungsloses. «Aber sie hat diese sehr harte Seite der Politik auch immer selbst betrieben.»

Ins Gericht ging Gabriel auch mit der Arbeit der Bundesregierung: «Deutschland wird leider unter seinen Möglichkeiten regiert.» Es werde sich nicht auf eine immer unsicherer werdende Welt vorbereitet. «Wir müssen mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit rechnen. Und die Welt um uns herum wird gefährlicher. Da braut sich ein perfekter Sturm zusammen. Die Windstille, die in Deutschland herrscht, ist trügerisch. Im Auge des Orkans ist es immer windstill.»

Wer sein Haus mit smarten Steckdosen, Überwachungskameras und einem ferngesteuerten Kühlschrank ausstattet, hinterlässt digitale Spuren, die auch für Ermittler aufschlussreich sein können. Darüber, wer da was darf, sind die Fachleute noch uneins.

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