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Politik Afghanistan gründet Hohen Rat für Frauen
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Offener Brief an Taliban : Afghanistan gründet Hohen Rat für Frauen

00:49 14.08.2020
Weibliche Delegierte nehmen mit Mundschutz an der Sitzung der Loja Dschirga, der großen Ratsversammlung, teil. Foto: Rahmat Gul/AP/dpa Quelle: Rahmat Gul
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Doha

Kabul (dpa) - Afghanistans Präsident Aschraf Ghani hat vor geplanten Friedensgesprächen mit den Taliban die Gründung eines Hohen Rats für Frauen angekündigt.

Dem Rat sollen 26 Gesellschaftsvertreter, darunter Aktivistinnen, Menschenrechtler sowie Politiker und Beamte angehören, die sich für die Sicherung von Frauenrechten einsetzen, hieß es in einer Mitteilung des Präsidentenbüros.

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Unterdessen forderten Hunderte Frauen die Taliban auf, ihre Rechte in Friedensgesprächen zu respektieren. «Als Ehefrauen, Mütter, Töchter und Schwestern haben wir schrecklich gelitten, wir waren der Brutalität und Gewalt des Krieges ausgesetzt», hieß es in einem offenen Brief, der auf der Website des TV-Senders «Tolonews» veröffentlicht wurde. «Wir werden nicht zulassen, dass unser Platz und unser Beitrag zum Wiederaufbau unseres Landes ausgelöscht oder rückgängig gemacht wird», hieß es in dem Schreiben weiter, das fast 400 Frauen verschiedener Generationen unterzeichnet hatten.

Am Sonntag hatte eine große Ratsversammlung in Kabul eine der letzten Hürden vor innerafghanischen Friedensgesprächen aus dem Weg geräumt. Sobald ein Gefangenentausch zwischen der Regierung und den Taliban vollendet ist, wollen beide Konfliktparteien in Doha verhandeln.

Während des Taliban-Regimes in den 1990er Jahren waren Frauen vom öffentlichen Leben ausgeschlossen. Mädchen konnten nicht in die Schule gehen, Frauen durften nicht arbeiten. Seit dem Fall der Islamisten hat sich ihre Situation signifikant verbessert. Die Taliban erklärten im Vorjahr, dass sie die Rechte der Frauen gemäß dem Islam respektieren würden, einschließlich ihres Rechts auf Bildung und Arbeit. Frauen befürchten dennoch, dass ihre Rechte durch Verhandlungen mit den Taliban wieder beschnitten werden könnten.

© dpa-infocom, dpa:200813-99-154591/4

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