Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Politik Yücel-Prozess: Staatsanwalt fordert bis zu 16 Jahre Haft
Weltgeschehen Politik Yücel-Prozess: Staatsanwalt fordert bis zu 16 Jahre Haft
14:41 13.02.2020
Die Artikel, die Deniz Yücel geschrieben hat, sind ein zentraler Punkt in der Anklageschrift. Foto: Michael Kappeler/dpa Quelle: Michael Kappeler
Istanbul

Istanbul (dpa) - Im türkischen Prozess gegen den «Welt»-Reporter Deniz Yücel wegen Terrorvorwürfen hat der Staatsanwalt bis zu 16 Jahre Haft gefordert. Das sagte Yücels Anwalt Veysel Ok.

Der Staatsanwalt hatte sein Plädoyer nicht laut verlesen, sondern zuvor schriftlich eingereicht. Yücel-Anwalt Ok forderte mehr Zeit für die Verteidigung. Der Prozess soll nun am 2. April fortgesetzt werden. Yücel selbst ist nicht anwesend.

Der Staatsanwalt forderte Strafen wegen Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK sowie Volksverhetzung. «Beides ist rechtswidrig», sagte Ok. Denn es gebe ein Urteil des Verfassungsgerichtes, demzufolge der Inhalt von Yücels Artikeln im Rahmen der Pressefreiheit gewesen sei. «Entweder er hat es nicht gelesen oder er hat es ignoriert», sagte Ok. Die Artikel, die Yücel als Türkei-Korrespondent geschrieben hatte, waren ein zentraler Punkt in der Anklageschrift.

Hinsichtlich des Vorwurfs, für die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen Propaganda betrieben zu haben, forderte der Staatsanwalt Freispruch. Zusätzlich fordert er aber eine Bestrafung wegen Präsidentenbeleidigung.

Der Fall hatte die deutsch-türkischen Beziehungen schwer belastet. Die Staatsanwaltschaft warf dem Journalisten in ihrer Anklageschrift Terrorpropaganda und Volksverhetzung vor. Präsident Recep Tayyip Erdogan nannte Yücel einen «Agentterroristen». Yücel saß von Februar 2017 bis Februar 2018 ohne Anklageschrift im Hochsicherheitsgefängnis westlich von Istanbul ein. Gleichzeitig mit seiner Entlassung und der Ausreise nach Deutschland erhob die Staatsanwaltschaft Anklage.

2017 hatte eine ganze Serie von Festnahmen deutscher Staatsbürger aus «politischen Gründen» zu einer tiefen Krise zwischen Berlin und Ankara geführt. Yücel war der wohl prominenteste Fall.

Ein unabhängiger Kandidat oder eine Expertenregierung könnten ein Ausweg aus der Thüringen-Krise sein, heißt es nicht nur aus Berlin. Thüringens Ex-Ministerpräsident Ramelow hält allerdings nicht viel davon.

13.02.2020

Eine technische Panne hat die erste Vorwahl der Demokraten in Iowa überschattet. Nun ist der örtliche Parteivorsitzende der Demokraten zurückgetreten.

13.02.2020

Die Hilfsorganisation Save the Children schlägt Alarm: Kinder werden verstümmelt, getötet und entführt. In Konflikten werden sie sexuell missbraucht oder zwangsrekrutiert. Jedes sechste Kind wächst in einem Konfliktgebiet auf.

13.02.2020