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Messebranche hart getroffen : Caravan Salon eröffnet in Düsseldorf

06:03 04.09.2020
Besucher schauen sich den neuen Volkswagen California 6.1 auf dem Caravan Salon 2019 an. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa Quelle: Rolf Vennenbernd
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Düsseldorf

Düsseldorf (dpa) - Nach der Zwangspause in der Corana-Pandemie wagen die Messeveranstalter einen Neustart. Für bis zu 20.000 Besucher pro Tag eröffnet der Caravan Salon in Düsseldorf die Hallen.

Die Ausstellung rund um den Urlaub mit Reisemobil und Caravan ist gemessen sowohl an der maximalen Besucherzahl in den Messehallen als auch an der Ausstellungsfläche bundesweit die größte nach den massiven Kontakteinschränkungen von Mitte März. Das geht aus einer Übersicht des AUMA Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft hervor.

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In Düsseldorf präsentieren von Freitag an 350 Aussteller insgesamt 200 Neuheiten auf der Messe für Camping- und Wohnmobilliebhaber, wie die Veranstalter vorab mitteilten. Ein Corona-Schutzkonzept mit viel Abstand allerorten macht demnach die Veranstaltung wieder möglich. Die Ausstellungsfläche ist diesmal mit rund 71.000 Quadratmetern kleiner im Vorjahr mit mehr als 112.000 Quadratmetern. Pro Tag dürfen wegen Corona maximal 20.000 Besucher das Düsseldorfer Messegelände betreten. Damit können an den zehn Messetagen höchstens 200.000 Besucher kommen. Die Zahl der Besucher war zuletzt von rund 250.000 Besuchern (2018) auf über 268.000 Besucher (2019) gestiegen.

Das Corona-Schutzkonzept der Messe setzt nicht nur auf die gängigen Regeln von eineinhalb Metern Abstand zu fremden Personen und Mund-Nase-Schutz in Innenräumen. Lüftungsanlagen und offene Türen sollen für permanent frische Luft in den Hallen sorgen. Außerdem sind die Gänge den Angaben zufolge breiter und die Wartebereiche größer. Zusätzlich sollen Ordner und viele Abstandsmarkierungen dafür sorgen, dass Menschenansammlungen erst gar nicht entstehen. Die Oberflächen der Ausstellungsobjekte würden regelmäßig desinfiziert. Tickets sind nur online erhältlich. «Wir sind aber bisher sehr zufrieden mit dem Vorverkauf der Eintrittskarten», hieß es zwei Tage vor Messebeginn.

«Dies alles ist noch neu für uns, für unsere Aussteller und unsere Besucher. Wir sollten jedoch alle gemeinsam achtgeben, uns und unsere Mitmenschen zu schützen», appelliert Michael Degen, Direktor der Messe auch an die Besucher. Um Ansteckungen zu vermeiden, würden 600 Personen eingesetzt, die während der Messe informieren, reinigen und kontrollieren. «Unternehmen benötigen mehr denn je Plattformen, um sich und ihre Innovationen zu präsentieren, zu netzwerken und gemeinsam die Weichen für die Zukunft zu stellen», betonte Degen.

Eine gestiegene Nachfrage nach Reisemobilen und Caravans gibt der Düsseldorfer Messe Rückenwind. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden in Deutschland fast 55.000 sogenannte Freizeitfahrzeuge neu zugelassen - ein Plus von vier Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2019. Besonders in den Monaten Mai und Juni erlebte die Caravaning Industrie eine große Nachfrage. «Corona hat uns einen Extra-Schub gegeben - das ist die einzige Reiseform, mit der man autark ist», hatte der des Geschäftsführer des Caravaning Verbandes CIVD, Daniel Onggowinarso, im Vorfeld der Messe vor wenigen Tagen erklärt.

Zu den 350 Ausstellern gehört auch in diesem Jahr wieder die Knaus Tabbert-Gruppe, die ihre Ausstellungsfläche laut Veranstalterangaben vergrößert hat. Die Trigano-Gruppe erweitere ihre Präsenz auf der Düsseldorfer Messe in diesem Jahr ebenfalls stark. Die Erwin Hymer Group ist hingegen den Angaben zufolge diesmal nicht dabei. Die Gesamtzahl der Aussteller war im Vorjahr fast doppelt so hoch.

Der Caravan Salon ist nach den Verbandsangaben die größte Messe, die im September in Deutschland über die Bühne geht. «Von September bis Dezember sind Stand heute noch rund 80 internationale und regionale Messen geplant, davon zwölf im September», erklärte AUMA-Bereichsleiter Harald Kötter. Fast gleichzeitig mit dem Caravan Salon finden die Tour Natur in Düsseldorf, die Kompakt-Ausgabe der IFA Berlin, die regionalen Konsumgüter-Fachbesuchermessen Nordstil in Hamburg sowie Cadeaux und Midora in Leipzig und die regionale Publikumsmesse Boot & Fun in Werder/Havel statt.

Die Messe-Zwangspause im Frühjahr hatte für viele Unternehmen, Dienstleister und auch Kommunen negative Folgen. Laut AUMA sind coronabedingt für das laufende Jahr rund 180 internationale und regionale Messen abgesagt worden, geplant waren ursprünglich 330 Messen. Die abgesagten Messen hätten gemessen an den früheren Ergebnissen sechs bis sieben Millionen Besucher gehabt.

© dpa-infocom, dpa:200903-99-411034/4