Grundschule zieht um

Eine Etage weniger: Faßberg saniert Förderschule

Gegen den Abriss und für die Sanierung der alten Peter-Härtling-Schule hat die Gemeinde Faßberg sich nun endgültig entschieden. Die Sache soll "zügig" starten.
  • Von Marius Klingemann
  • 24. Juni 2022 | 09:00 Uhr
  • 24. Juni 2022
  • Von Marius Klingemann
  • 24. Juni 2022 | 09:00 Uhr
  • 24. Juni 2022
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Faßberg.

Die Spatzen haben es bereits von Faßbergs Dächern gepfiffen, nun ist die Entscheidung offiziell gefallen: Die Gemeinde wird die frühere Peter-Härtling-Förderschule am Marktweg nicht wie ursprünglich geplant abreißen, sondern für den geplanten Einzug der Grundschule sanieren lassen. Das hat Amtsleiter Stephan Fähndrich jetzt im Bauausschuss mitgeteilt. Anlaufen soll die Sache demnach schnell, schon in den nächsten Wochen sollen "erste Tätigkeiten zu sehen sein".

Abriss und Neubau, so hat die Prämisse lange Zeit gelautet. Die Bundeswehr will mit Fachseminaren am Lerchenweg einziehen, wo die Faßberger Grundschule momentan beheimatet ist – für Lehrer und Schüler geht es dann ein paar Straßen weiter an den Marktweg.

Faßberg: Dachgeschoss der Peter-Härtling-Schule "fällt weg"

Dieses Vorhaben bleibt auch jetzt bestehen, allein die Begleitumstände ändern sich. Ein gewichtiger Grund dafür sind neue Erkenntnisse: "Im Zuge der mithilfe eines im Schulbaubereich erfahrenen Architekturbüros vorgenommenen erneuten Überprüfung ergab sich, dass die brandschutztechnische Ertüchtigung nicht erforderlich ist", teilt die Gemeinde etwas technisch mit. Übersetzt also: Alles okay in Sachen Brandschutz?

Ganz so unkompliziert ist es dann doch nicht, genutzt werden können nämlich auch nach Sanierung nur die unteren beiden Stockwerke. Anderenfalls wären umfassendere Deckenarbeiten als die nun angedachten notwendig. Alles in allem, so Fähndrich, hätten die zu Rate gezogenen Fachleute dem Peter-Härtling-Gebäude aber "einen guten Bestandswert und damit eine gute Sanierungsfähigkeit" bescheinigt.

Schul-Sanierung ist für Gemeinde "wirtschaftlichste Lösung"

Diese Variante, da ist der Bauamtschef offen, sei für die Gemeinde ohnehin "die wirtschaftlichere Lösung". Nur bei einer Sanierung könne nämlich Finanzhilfe bei der Förderbank KfW beantragt werden, was beim Neubau nicht gegolten hätte. Daher habe sich die Lokalpolitik "mit großer Mehrheit" doch dazu entschieden, "die vorhandene Schule energetisch und baulich zu sanieren", ebenso barrierefrei.

In diesem Zuge hat die Verwaltung bereits die Beauftragung eines Experten für Energieeffizienz ausgeschrieben, der "einen individuellen Sanierungs-Fahrplan" erstellen soll. "Wir wollen sämtliche Aufträge zügig vergeben", bekräftigt Fähndrich, ohne einen genaueren Zeitplan zu nennen. Der Schul-Neubau war ursprünglich für 2023 vorgesehen, im Jahr darauf wollte die Bundeswehr dann in die bisherigen Grundschulräume ziehen.

Vor Grundschul-Umzug: Neuer Standort braucht zusätzliche Räume

Um die benötigten Kapazitäten am Marktweg auch ohne Dachgeschoss zu erreichen, wird zusätzlicher Raum notwendig. "Der Baubedarf soll dabei so gering wie möglich bleiben", kündigt Fähndrich an. Mögliche Variante: Von der benachbarten Michaelkirche habe man bereits ein Angebot erhalten, das Gemeindehaus für Schulzwecke mit zu nutzen. In der alten Peter-Härtling-Sporthalle soll "nach Möglichkeit" zudem ein "Mehrzweck- und Bewegungsraum" entstehen – hierzu hatten im Ausschuss auch Anwohner nachgefragt.

Im Spiel bleibt übrigens das Unternehmen, das ursprünglich für den Schulabriss angedacht war. "Es wird vor Ort nun die Schadstoff-Sanierung machen", sagt Fähndrich.